Ich bin täglich mit dem Zug unterwegs und kann darum täglich die Leute beim Pendeln und Reisen beobachten. Ich weiss irgendwann werde ich ein Buch schreiben, mit all den Beobachtungen die ich in meiner bald 20 Jährigen Reiseerfahrung gemacht habe.

Gestern war aber wiedermal so ein Tag, den man eigentlich fast nicht glauben kann.

Ich musste mal wieder ins Zwingli-Dörfli auch bekannt Zürich.

Ich möchte euch 3 kurze Beobachtungen erzählen, die ich auf meiner Reise gemacht habe.

Die Frau mit dem Tick

Zur Mittagszeit kam eine junge Frau in den Zug und wollte ein Brötli essen. Die meisten Leute packen dafür das Sandwich aus und beissen rein. Aber diese Frau hat das nicht gemacht. Zuerst hat sie mit Handdesinfektionsmittel ihre Hände gesäubert und danach 5min das Tischli im Zugabteil. Danach hat sie sorgfälltig ihr Brötli ausgepackt und angefangen zu essen. Nach jedem Biss hat sie dazu noch ihre Hände nochmals gründlichst desinfiziert. Und das gleiche Spielchen in Extrem hat sie gemacht als sie ihre Nase putzen musste. Dazu hat sie die Hände 3x desinfiziert… Während der gesamten Fahrt, hat diese Frau 2 dieser Fläschchen Handdesinfektionsmittel geleert.
Ich wusste da gar nicht wie ich mich dabei fühlen sollte. Mir tat die Frau irgendwie extrem leid, denn das muss einer dieser Hypochonder sein, die bei jedem „Bebe“ sofort im Internet nachschlagen und denken sie hätten, Krebs, Aids oder sonst eine tödliche Krankheit. Arme Frau.

Der weibliche Brüllaffe

Während dem ich die Frau mit dem Desinfektionsmittel beobachtet habe, liefen 2 junge Studentinen im Zug hin und her. Sie waren auf der Suche nach einem freien Abteil und haben dazu ziemlich gelacht. Als sie dann bei einer Frau unbestimmten Alter gefragt haben, ob sie sich hinzusetzen dürfen und die eine der beiden Studentinnen dabei gelacht hat, ist diese Frau im Abteil ausgerastet. Sie hat rumgebrüllt, warum sie ausgelacht wird, das sei total daneben. Das Gebrüll ging noch ein paar Minuten weiter, bis die Studentinnen den Platz gewechselt haben (und zu mir gekommen sind). Die restliche Fahrt wars dann ruhiger, diese Frau im anderen Abteil hat aber noch ein paar Mal rumgebrüllt.

Als ich dann in Zürich war, dachte ich der Tag wird jetzt langweilig, aber ich wurde nicht enttäuscht, denn auch die Heimfahrt wurde speziell.

Purer blanker Hass und Rassismus

Als ich in den Zug eingestiegen bin, hab ich mich in ein Abteil gesetzt wo ein paar strenggläubige Juden sitzen. Ihr wisst schon, die mit den Schillerlocken, Hütchen und den extrem teuren Anzügen. Wie ich erfahren haben, waren diese Basler auf dem Weg nach St.Gallen. In Winterthur wurde das Abteil nebenan frei und dann sind 4 junge Männer eingestiegen. Diese Männer trugen solche komische Bärte, hatten ein paar IZRS Unterlagen dabei und schauten immer wieder hasserfüllt zu den Juden in meinem Abteil. Als dann der eine der Juden was sagte, brüllten diese Winterthurer Islamisten was von „Scheiss Juden“ – „Vergasst diese“…
Ich war ziemlich geschockt. Ich lästere ja wirklich gerne über die doofen Zürcher, die dämlichen Basler und die dumme Dütsche 😛 Das ist aber mehrheitlich reiner Spass und ich hasse diese Leute sicher nicht. Aber hier spürte man den puren Hass. Gott sei dank sind diese Islamisten dann in Wil ausgestiegen und wir hatten wieder Ruhe. Aber diese 30min Zugfahrt war extrem unangenehm. Ich bin ja weder Frau, Schwarz, Jude, Deutscher, noch sonst wie eine Minderheit – ich kenne Rassismus die auf mich zielt nicht wirklich. Höchstens mal die paar Sprüche der Zürcher gegen die Ostschweizer – aber auch das ist humorvoll gemeint und kann mit einem ähnlichen Spruch retourniert werden. Wie ich dann von diesen Juden erfahren habe, sind sie sich aber gewöhnt solche Zusammenstösse zu erleben. Es sei eine unschöne Situation aber leider keine Seltenheit…

Diese 3 Erlebnisse heute waren echt speziell. Der Mittag war ok, aber das am Abend hat mich geschockt. Wer hass sät sollte die Schweiz verlassen müssen und in die Wüste gehen, wo es genug Platz für diese Irren Ansichten hat. Das sowas in der Schweiz möglich ist, ist unverständlich. Hier möchte ich kurz noch den Kondukteur kritisieren, der die Situation mit den Juden erlebt hat, aber sich nur kurz 1x Blicken liess und sich dann „versteckt“ hat. Hier sollte die #SBB aktiv einschreiten und ja auch mal die Leute aus dem Zug werfen. Denn warum muss ein Waggon belästigt werden, weil sich ein paar total daneben benehmen?

So das wars – ihr versteht nun warum ich diese Erlebnisse nicht für mich behalten konnte 😛 Die Schweiz ist wirklich das Land der Irren und Verrückten …

P.S Wenigstens konnte ich in Zürich mein obligates Reise-Selfie schiessen. Ich muss mir aber dringend etwas merken und zwar, dass ich entweder die Sonnebrille von nun an immer Mitnehmen muss oder nicht mehr in der Sonne stehen sollte. Mein Profibild und mein neues Reise-Selfie sehen ja schlimm aus, total verkniffene Augen 🙂 Blödes helles Ding am Himmel





2 thoughts on “Ein SBB Reisebericht – Die Schweiz, das Land der Irren und Verrückten

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