Ich bin vor ein paar Tage über eine Aussage von Philippe Gaydoul, Enkel des Denner Gründers Karl Schweri, gelesen in dem er behauptet, dass Online Shops in der Schweiz alle nicht rentieren würden.

Zuerst möchte ich mal klar stellen, dass ich Online mal nachgeschaut habe, wer dieser Philippe Gaydoul eigentlich ist und was er erreicht hat. Aber selbst auf Wikipedia steht über Philippe Gaydoul nur, dass er geerbt hat und dann alles verkauft hat und mit Projekten die er aufgegleist hat ist er dann wohl immer gescheitert. Darum kann ich über seine Laufbahn auch nicht sagen als dass er ein Erbe ist und mit dem goldenen Löffel wohl geboren worden ist.

Lustigerweise sagt so einer, der noch nie was wirklich eigenes versucht hat (sondern nur bestehende Dinge aufgekauft und dann bald wieder abgestossen hat) äussert sich zu Online Shops. Das zeigt mir dass er ein Neuländer wie die Mutti Merkel ist.

Also der Philippe Gaydoul sagte:

Das Online-Geschäft wird sicher an Bedeutung gewinnen, aber es wird den stationären Handel nicht beerdigen. Die Online-Shops rentieren alle auch nicht. Mit Retourenquoten von 60 oder 70 Prozent wird das auch in Zukunft nicht der Fall sein.

Spannende Aussage, die nur einen kleinen wahren Kern hat und zwar das mit den Retouren.

Die Kunden wurden in den letzten Jahren so getrimmt, los Kauf bei uns ein und wenn dir die Ware nicht gefällt dann schick sie uns wieder zurück. Damit verschickt wohl Zalando täglich Millionen von Pakete ab, bekommt aber auch Millionen von Pakete wieder zurück. Hier hat man es wohl noch nicht ganz begriffen, dass man somit wirklich in Schwierigkeiten kommt.

Aber jetzt kommts – es geht auch anders. Ich habe in den letzten 24 Monate genau 18 Online Shops erstellt/ programmiert und zT betreue ich die heute noch selbst. Und von diesen Online Shops sind alle höchst Rentabel. Natürlich machen sie keine Millionen Umsätze, aber sie steigern ihren Umsatz jedes Jahr 2 stellig und das ist eine gute Sache.

Konsum in der Krise

Es ist aber schon so, dass der Konsument sich nicht mehr für blöd verkaufen lässt und angefangen hat genau zu rechnen. Denn mit den Online Shops hat der Kunde die Möglichkeit mit 1 Klick die Firma mit der Konkurrenz zu vergleichen und merkt dann sofort, dass man sie über den Tisch zieht. In der Schweiz erklärt man die hohen Preise immer mit höhere Mitarbeiterkosten, Miete, Lagerkosten und Produktionskosten. Und dann sieht der Kunde wenn er die Preise vergleicht, dass die Schweiz nicht nur 30% teurer wäre sondern viel viel mehr (Beispiel H & M). Da muss man sich nicht wundern, wenn man dann in ausländischen Online Shops einkauft.

Preise steigen, Qualität sinkt

Aber ich muss auch sagen die Qualität der Produkte sinkt von Jahr zu Jahr und die Preise steigen trotzdem immer mehr
Ich habe hier ein Beispiel das mich betrifft, ich habe bisher noch nie Kleidung im Internet bestellt – denn wie ihr wisst – habe ich keine Top-Model Masse 🙂 Also versuche ich in der Schweiz zu kaufen, aber wenn T-Shirts, Hosen nach 3x waschen langsam sich auflösen, dann stimmt was mit der Qualität nicht. Anderes Beispiel – gerade wurde bekannt dass Bata alle Filialen in der Schweiz schliesst. Ich habe da auch schon Schuhe gekauft die dann so 100-200 Stutz gekostet haben – aber dann haben sich nach wenigen Wochen die Sohlen abgelöst oder die Naht ging kaputt. Und als ich reklamieren ging, hiess es – „Da können wir nichts machen“. Also habe ich angefangen, jeden Monat mir so billige Schuhe für 20-30 Stutz zu kaufen. Da bekommt man unterirdische Qualität die nach so 4-5 Wochen sich auflösen – aber dann ist eh der Monat rum und ich kaufe mir ein paar neue billige Treter. Natürlich ist mir bewusst, dass diese Chinaware aus sehr unsauber produziert werden und man hier wohl auch Kinderarbeit und anderes indirekt unterstützt – aber da kommt mein Egoismus zu Tage. Ich behaupte einfach mal, wenn sich die teuren wie die billigen Produkte nach ein paar Wochen auflösen, dann sind sie wohl am gleichen Ort produziert worden und die teureren Schuhe haben einfach eine grössere Marge darauf.

Margen

Wenn man sich die Margen von den Konzernen anschaut, dann bekommt man das grosse Kotzen. Es wird nicht sagen wir mal 1.3 gerechnet das tun nur die kleinen KMU’s die auch alle super laufen, nein die grossen Firmen die Berechnen dann ihre Preise so – Einkaufspreis mal 6,5 = Verkaufspreis – wenn ihr es mir nicht glaubt, dann schaut euch mal SIROOP an (Siroop ist ja ne Firma gegründet von Coop und Swisscom)

Fazit

Egal ob die Gastro und Tourismusbranche auch der Einzelhandel hat die Zeichen der Zeit verschlafen und büsst nun. Da habe ich kein Mitleid. Ich kenne viele kleinen Firmen denen ist das gleiche passiert und sie sind Pleite gegangen und arbeiten jetzt woanders. Aber die grossen Konzerne haben jetzt 20 Jahre Internet verschlafen und jetzt ist ihre Ausdauer zu ende und ihnen geht die Puste aus.

Mir tun nur die Angestellten leid, die von Managern geleitet werden die sich mit grossen Bonis abseilen konnten und der einfache Büezer wird auf die Strasse gestellt und dann vom RAV / Sozialamt noch fertig gemacht… Die tun mir leid, aber nicht die heulenden Manager und Konzerne.

Wer auf die Konsumenten nicht aufpasst, wird sie irgendwann verlieren…

Die Preise steigen überall, die Löhne sinken oder bleiben gleich – da muss der Kunde immer mehr auf die Preise achten… selber schuld





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