Es gibt immer wieder spezielle Gelegenheiten zum Bloggen, so wie jetzt gerade aus dem „Hotel Spital“ im Zimmer der Schnecken. Das lass ich mir natürlich nicht entgehen und werde hier mal ei paar Beiträge schreiben.

Nun die Geschichte begann vor knapp 7 Tagen, damals vor „Urzeiten“ habe ich am Abend was gefuttert und als Resultat haben sich Höllen-Bauchschmerzen bei mir gemeldet. Ja ich dachte zuerst ein Kochexperiment ging schief 😛 Das hätte ja sein können aber auch das Erbrechen hat keine Linderung gebracht. Also habe mich am nächsten Tag dann geschont und am übernächsten Tag habe ich mir ein paar Schmerzmittel und ein Bauchentkrampfungsmedikament besorgt. Und dann war ich natürlich erleichtert, dass alles wieder OK war – nur mein Hunger blieb weg…

Nachdem dann die Schmerzen am Sonntag wieder zurückgekommen sind – dieser Arsch – habe ich mich gegen einen Besuch im Notfall und für einen Besuch beim Hausarzt entschieden. Ich wollte mich ja nicht demütigen und in den Notfall zu gehen und dann ist da nix – das wäre ein wenig doof.

Als ich aber dann der Hausärtzin meine Symptome geschildert habe, wurde mir viel Blut abgenommen und ich dann in den Notfall weitergeschickt – weil man dort noch ein Ultraschall machen musste. Tjo eine Stunde später sass ich dann im Notfall und wurde gleich weiterverarbeitet.

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Es war noch sehr spannend zu sehen wie sich dass Spital in den letzten Jahren verändert hatte. Nicht nur gabs neue Wege im Notfall sondern ich sah auch viele coole Animationen auf Bildschirmen wo uns Patienten Dinge erklärt und gezeigt worden sind. Geile Entwicklung – hätten mich die Schmerzen nicht abgelenkt, hätte ich wohl noch mehr entdeckt 😛

Aber kaum war ich in meinem kleinen Kämmerlein, wurde mir Blut abgenommen und ich weiter untersucht bis dann die Diagnose klar war. Schnell in den OP um die entzündete Gallenblase und die Gallensteine zu entfernen.

Eigentlich dachte ich ja am Mittag nur – du gehst kurz zum Onkel Doc und dann mit Medis nach Hause – von einem Besuch auf dem OP-Tisch ging ich nicht aus. Also habe ich noch ein Gefallen erbetteln dürfen – ich durfte also kurz nach Hause und mir meine Tasche und Lapi und anderes Spitalgeschmeus einzupacken. Dafür war ich den Leuten im Notfall sehr dankbar. Gut 2 Stunden später ging ich auf meine Station zurück und keine 10min war ich bereits auf dem Weg in den OP.

Wusstet ihr, dass die da ein Venflon legen und zuerst die Einstichstelle betäuben mit einer Spritze?? So lustig – die Spritze tat mehr weh als das Legen des Venflons… Ein nettes OP Team hat sich dann um mich gekümmert, mir in den Hals gestochen und dann mich ausgenockt…
Nachdem ich im OP gemetzget worden bin, bin ich auf der Intensivstation aufgwacht und habe mich wieder wie in der RS gefühlt. Ich war ja mal Spitalsoldat und da haben wir mehrere Nächte so in einer „Live“ Arbeit gegenseitig überwacht und so wusste ich wie ich auf mich aufmerksam machen kann und wie man die Maske wegnimmt und was man gegen ein extrem ausgetrockneten Mund bekommt. Ich sag nur Hello – geiler Wasserspray 🙂

Naja irgendwann wurde ich dann in mein 4er Zimmer kutschiert und habe da den gestrigen Tag verbracht. Habe zwar einen ziemlich sturmen Kopf gehabt und immernoch Bauchweh – und alles lief im Schneckentempo ab. So ne Tour zum WC und zurück hat dann schon mal 20min gedauert und all 1m musste ich ne Pause machen 😛 Wir 4 Männer hier haben dann alle entschieden uns das Schnegglizimmer zu nennen.

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Wie mir dann noch gesagt worden ist, war die Sache knapper als ihnen lieb war – anscheinend Stand die Gallenblase kurz vor der Explosion und somit lebe ich noch 🙂 Ihr habt also Glück oder Pech gehabt 😛 Dafür kann ich diesen Beitrag hier schreiben und das Projekt „Bloggen aus dem Jenseits“ muss halt noch warten…

Als Souvenier habe ich nun nicht nur ne lange Narbe sondern auch ein Becherchen mit 4 4cm grosse Steinbrocken die sie mir rausgeholt haben :S

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Das war irgendwie meine grösste Sorge – nicht das ich Angst vor der OP hatte oder vorm Spital – nein – aber ich habe mir Gedanken gemacht mit wem ich mein Zimmer teilen muss. Was wäre wenn die Leute alles total Humorlose stille Typen gewesen wären? usw so Zeug halt. Aber das ist nicht eingetreten – obwohl ich das Küken bin – alle haben eine gesunde Portion Humor und wenn mal bei einem anderen was nicht läuft wie es sollte – dann hilft man sich aus.

Also auch wenn die Welt da draussen ziemlich kalt und unfreundlich ist – hier kann ich wirklich nicht klagen.

Besonders möchte ich mich echt bei den Mitarbeitern des Kantonsspital St.Gallen bedanken – ich habe bisher noch niemand unfreundliches zu Gesicht bekommen und alle versuchen einem wirklich fast alle Wünsche von den Lippen zu lesen. Egal ob die jungen und alten – aufklärenden ÄrtzeInnen oder das Pflegepersonal – man fühlt sich wohl.

So also das wars für heute, ich werde hoffentlich morgen wieder was über den Aufenthalt hier schreiben können – evtl was für den Food Ecke.

Weitere Fotos findet ihr dann in meinem Instagram Account @eric_maechler. So das war mein erstes Beitrag aus dem Kantonsspital St.Gallen. Ich schliess nun bald mein Lappi und lauf ein paar mal den Gang hoch und runter 😛 Also bis bald wieder





4 thoughts on “Ich bin knapp dem Tod entkommen – nun blogge ich live aus dem Kantonsspital St.Gallen

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