Vor ein paar Monate organisierte das Unternehmen search.ch ein Event genannt Klassentreffen. An diesem Event gab es Donuts und Getränke und man stellte ca 30 Bloggern aus der Schweiz die neue Mobile Webseite des Unternehmens vor. Ich wurde damals nicht eingeladen, was mich auch nicht wirklich störte – ersparte mir doch eine Reise nach Tsüri und dank Twitter war es für mich eh so, als sei ich dabei. Ich habe die ganze Geschichte als nichts weltbewegendes gesehen – und da habe ich mich wohl geirrt.

Ein paar Tage später griff dann die NZZ das Thema auf und kritisierte diesen Anlass. Der Journalist fand diesen Anlass stossend und auch die Reaktion der Blogger. Denn viele Blogger haben wohl über den Anlass gewittert und doch haben nur wenige darüber gebloggt und meistens wurde der Anlass wohlwollend bewertet. Und das hat den Journalisten gestört.

Als ich diesen Text gelesen habe, habe ich persönlich nur mal die Stirn gerunzelt. Ich habe mich gewundert, dass die NZZ ein Firmenanlass in diesem Masse kritisiert und auch die Blogger angreift. Ich habe das Ganze dann als den geistigen Dünnschiss eines unterqualifizierten Journalisten abgehakt und in meinem Gedächnis archiviert.

Vor wenigen Tagen dann, fand das #barcampCH statt. Es war seit vielen vielen Jahren wiedermal das Erste das in Zürich stattfand – und natürlich ging ich auch hin (Mein Rückblick findet ihr hier: Rückblick: #barcampCH 22 – 24. August 2014 in Zürich). Unter den Teilnehmern waren nicht nur Blogger und Twitterer sondern wie ich herausgefunden habe auch 2 Journalisten, die mir am Anfang gar nicht aufgefallen sind, aber das änderte sich in einer Session schlagartig als es genau um dieses Klassentreffen ging und um den Vorwurf, dass sich Blogger haben kaufen lassen für ein Firmenevent. In dieser Session griff einen die Gesprächsleiter die Blogger an und haben nochmal die Vorwürfe vorgetragen. Normalerweise wird an so einer Session heftig und intensiv diskutiert und es ist immer sehr spannend. Aber an dieser Session gab es keine Diskussion sondern es stellte sich ziemlich schnell heraus Journalisten vs Blogger. Da ich auf Geschrei keine Lust hatte, bin ich nach der Hälfte rausgelaufen.

Als ich mich danach mit anderen Bloggern unterhalten habe, habe ich herausgefunden, dass eine dieser Sessionsleiter Angestellter der NZZ war. Ich habe das bis dann gar nicht gewusst, dass dies keine Bloggerin ist, sondern eine Journalistin. Aber als ich erfuhr habe ich noch gewettet, dass dieses Thema garantiert noch mal in der NZZ erscheinen wird.

Und ich wurde nicht enttäuscht, ein paar Stunden später wurde der Artikel auf der NZZ Plattform freigeschalten. Im Artikel wurde dann ein Manifest erwähnt, dass man angeblich mit Bloggern entwickelt hat. Darin werden Dinge gefordert, wie dass man alle Blogbeiträge die gekauft wurden (auch indirekt) so anschreiben soll.

Eigentlich gehört es schon längst zum Standard, dass die Blogger jeden gekauften Artikel auch als solchen ausweisen. Darum ist dieses Manifest nichts weiter als vergeudete Bits und Bytes.

Was mich persönlich aber wirklich stört ist, dass sich eine Journalistin als Blogger getarnt an so einen Anlass reinschleicht und ihn dann für ihre eigenen Beruflichen Vorteil ausnutzt. Ich habe nichts dagegen wenn Journalisten bei solchen Anlässen dabei sind, aber wenn sie dann eine Session Veranstalten und nicht von Anfang an sagen, dass sie Journalisten sind und nun die Blogger frontal angreifen, finde ich das mehr als daneben.

Ebenfalls finde ich es mehr als pervers wenn man anderen Leuten was vorwirft, aber die eigene Kaste macht das gleiche tausendfach und zwar schlimmer. Immerhin sind 90% der Artikel in den Zeitungen heute entweder abgeschrieben von Pressemeldungen oder direkt von Firmen platziert.

Krieg der Medien Konzerne

Es ist mir schon beim #GeriGate aufgefallen, dass hier mehrere Konzerne gegen einander kämpfen um den besseren Skandal aufzubauschen. Und so ist mir erst im laufe des #barcampsCH aufgefallen, dass dies auch hier der Fall war. Immerhin gehört search.ch dem Tagesanzeiger Konzern und die NZZ ist ein direkter Konkurrent. Kein Wunder kommen also die Vorwürfe von der NZZ, sie versuchen dem Tagesanzeiger ans Bein zu pinkeln.

Genau als solches muss man die ganze Geschichte auch sehen. Ein Zeitungskonzern hat eine Chance gesehen hier ein neues Top Thema zu schaffen und darum gab es diesen Angriff. Nachdem die Reaktion auf den 1. Angriff misslungen ist, wollte man wohl einen 2. Angriff starten direkt am BarcampCH und auch der ging gründlich in die Hose.

Fazit

  1. Was ich bei der Sache gelernt habe ist, dass Journalisten immer Journalisten sind und immer auf der Suche nach dem nächsten Seite 1 Artikel sind. Wenn also ein Journalist bei einem Bloggertreffen auftaucht, dann nur weil er was darüber schreiben will.
  2. Blogger wollen missbraucht werden. Immerhin hat sich ein Blogger hier beim 2. Angriffsversuch zu Verfügung gestellt und sich so zum Komplize eines Journalisten gemacht.
  3. Ich fand es sehr schade, dass hier die Blogger an diesem Anlass nicht Farbe gezeigt haben und den Journalisten zum Teufel gejagt haben. Denn immerhin wurden sie hier ganz eindeutig missbraucht.

Nun wie auch immer, ich werde mir diese 3 Punkte merken, vor allem Punkt 1.

Zum Schluss will ich noch eine Schlussbemerkung machen und zwar ist es seit vielen Jahren normal, dass ein Blogger hinschreiben tut, wenn sein Artikel direkt gekauft ist – meistens in Form von „sponsored by“ oder ähnlichem. Wenn ein Blogger bei einem Anlass ist, schreibt er ja auch hin wo der Anlass war und von wem er organisiert wurde. Da muss man nicht unbedingt nochmals erwähnen das der Artikel gekauft ist, immerhin stehts schon im Text. Und wer auch immer jemand wegen einem vermeintlichem Fehler angreifen möchte der sollte schon zuerst dafür sorgen, dass man nicht selbst den gleichen Fehler macht.

Übrigens ich habe in diesem Titel alles ein wenig verfremdet. Ich habe keine URL gepostet und nicht verlinkt ebenfalls habe ich überall den männlichen Ausdruck verwendet. Ich möchte nämlich niemand in diesem Blogbeitrag persönlich angreifen, und ja dieser Artikel wurde weder von einer Firma noch Organisation noch sonst wer gesponsored 🙂





3 thoughts on “Krieg der Medienkonzerne und die Blogger lassen sich missbrauchen

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